Ein Unfall passiert, Menschen werden verletzt oder kommen gar ums Leben – und Schaulustige bleiben stehen, fotografieren, filmen, stehen den Rettungskräften im Weg. Und das sogar ganz legal. Damit soll nun aber Schluss sein in Niedersachsen: Die Landesregierung will Gaffen unter Strafe stellen. Am Dienstag hat das Kabinett eine entsprechende Bundesratsinitiative beschlossen. Das haben Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) und Innenminister Boris Pistorius (SPD) mitgeteilt.

Im Weg stehen und Fotografieren wird eine Straftat

„Künftig wird es schon ausreichen, dass Rettungskräfte an Unfallstellen behindert werden, auch wenn keine Gewalt im Spiel ist“, erklärte Pistorius. „Allein das Fotografieren zum Beispiel von verstorbenen Personen an Unfallstellen ist bislang nicht strafbar – es wird nach dieser Initiative strafbar werden.“ Möglich wäre dem Gesetzentwurf zufolge eine Geldstrafe, aber auch eine Haftstrafe bis zu einem Jahr für Gaffer. Im Hinblick auf die Verbreitung von Unfall-Fotos im Internet sprach der Innenminister von „ungebrochener Schamlosigkeit und Rücksichtslosigkeit gegenüber den Opfern und Rettungskräften“.

 

Niedersachsen will Gaffen strafbar machen