Bürger halten Feuerwehrübung für echten Einsatz

sü. Amelinghausen. Rauch quoll aus dem alten Postgebäude in der Ortsmitte von Amelinghausen, die Polizei ist schon vor Ort, die Feuerwehren aus Amelinghausen und Soderstorf rücken mit Blaulicht und Martinshorn an. Eine Person ist auf dem Boden des Gebäudes geflüchtet, hat Dachpfannen entfernt und ruft um Hilfe, weitere Personen werden vermisst, so die Ausgangslage für eine besondere Feuerwehrübung in Amelinghausen. Einsatzleiter Heiner Lüchow: „Für uns war es wichtig, möglichst schnell viele Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten ins Gebäude zu schicken, um die vermissten Personen zu retten“.Die anrückenden Kräfte glaubten zuerst an einen realen Einsatz, die neue Drehleiter wurde auf der Landesstraße in Stellung gebracht und ausgefahren. Die Feuerwehrleute beginnen unter Atemschutzgeräten mit der Menschenrettung. Drei Personen werden im total verrauchten Gebäude noch vermisst.Ortsbrandmeister Uwe Meyer hatte diese Übung ausgearbeitet. „Die alte Post in Amelinghausen steht kurz vor dem Abriss und hier hatten wir die einmalige Möglichkeit einer realistischen Übung“, so der Ortsbrandmeister. Selbst die zufällig vorbeikommenden Passanten halten die Lage für ernsthaft. Eine weitere Schwierigkeit für die Feuerwehr ist der teilweise enge Einsatzraum, der die Brandbekämpfung erschwerte. Es musste die Landesstraße voll gesperrt werden, damit die neu angeschaffte Drehleiter auf der Straße in Stellung gebracht werden konnte. Über die Bundesstraße wurde die Schlauchleitung für die Wasserversorgung gelegt. Unter den Augen von zwei Streifenwagenbesatzungen der Polizei hatten die Feuerwehrangehörigen den Verkehr beruhigt, gelenkt und über Schlauchbrücken geleitet.Die Feuerwehr Soderstorf hatte sich an der Menschenrettung und anschließender Brandbekämpfung beteiligt. Insgesamt waren 58 Feuerwehrleute im Einsatz. Einsatzleiter Heiner Lüchow setzte 16 Brandschützer unter Atemschutzgeräten ein, Wasser wurde aus acht Strahlrohren auf das Gebäude gegeben. „Die Zusammenarbeit mit der Nachbarfeuerwehr aus Soderstorf hat hervorragend funktioniert“ bestätigte Einsatzleiter Lüchow, „allerdings hat sich schnell gezeigt, dass wir mit den Handfunkgeräten an der Einsatzstelle schnell an deren Leistungsgrenzen kommen, entweder sind die Akkus der Funkgeräte zu schwach, oder es wird schlicht auf dem falschen Kanal gefunkt“ so Lüchow weiter.Für die Feuerwehrleute eine ganz neue Erfahrung war, dass im Gebaudeinneren mit Wasser geübt werden konnte. „Einen Schlauch, gefüllt mit Wasser, über ein Treppenhaus auf den Dachboden zu befördern, kennen die Leute nur aus realen Einsätzen“ betont Ortsbrandmeister Meyer. Seinen Dank richtete er nach der Übung an alle beteiligten Feuerwehrleute und besonders an die Eigentümer des Hauses, die Familie Plaschka für das Bereitstellen des Gebäudes als ideales Übungsobjekt.

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Bürger halten Feuerwehrübung für echten Einsatz
Realistische Übung in der Ortsmitte von Amelinghausen